Von der Notwendigkeit des Leidens

Beobachtung anlässlich der Rücktrittserklärung von Papst Benedikt XVI, erstellt und veröffentlicht am 12.02.1

Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewißheit gelangt, daß meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben. Ich bin mir sehr bewußt, daß dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden („patiendo“ [im Lat. Original]) und durch Gebet.

BENEDICTUS PP  XVI

(siehe http://press.catholica.va/news_services/bulletin/news/30470.php?index=30470&po_date=11.02.2013&lang=ge#TRADUZIONE IN LINGUA TEDESCA)

Aus Sicht von Noah denkt™ drückt sich die Weisheit von Papst Benedikt XVI gerade  dort besonders aus, wo er im Rahmen seiner Rücktrittserklärung davon spricht, dass die Erfüllung seiner (einer) hohen Aufgabe, nicht nur das entsprechende Wort und die entsprechende Tat verlangt, sondern auch das aktive Erleiden und die bewusste Reflexion darüber voraussetzt. Diese Notwendigkeit, etwas auch erleiden zu müssen, um demselben gerecht zu werden, wird in unserer Welt bisweilen bestritten. Denn nicht nur wird man etwa im Buddhismus die Auffassung finden können, dass es dem Hiersein eher um die Überwindung, als um die Erduldung des Leidens gehen muss; nein, auch die moderne Alltagspsychologie suggeriert nur all zu gern, dass überall dort, wo ein Leiden vorhanden ist, auch etwas im Argen liegen muss, was dringend behoben werden sollte.

Noah denkt™ hat diese Ansicht nie geteilt. Im Gegenteil, unsere Auffassung ist es stets gewesen, dass das Bekenntnis zur Freiheit und Kapitalismus auch eine Leidensbereitschaft voraussetzt. Ja, wir haben uns hier und da sogar zu der Formulierung hinreissen lassen, dass der grosse Vorteil der Freiheit gerade darin bestehe, dass man sich in diesem System seine Foltermethode wenigstens selbst aussuchen könne. Wir fühlen uns also in der Erduldungsfrage nicht wenig durch die ureigenen Worte des Papstes bestätigt. Und es ist nur selbstverständlich, dass wir seine Weitsicht in dieser Sache ganz besonders würdigen wollen.


 

 

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