Noah denkt™ - Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
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Der kapitalistische Existenzialismus und die 68er, - ein Vergleich
F&A zwischen Noah denkt™ und seinem Alter Ego, erster Entwurf erstellt am 19.04,
veröffentlicht am 23.04.2008
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Wie steht Noah denkt™ zur Revolution der sog. 68er?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Wir bedanken uns bei Ihnen für das, was sie für die Freiheit getan haben.
AE: Warum?
Nd: Weil es in der Tat notwendig war, die entmündigenden Furcht vor Autoritäten zu überwinden, die bis dahin in
die Menschen immer noch hinein geprügelt, oder zumindest hinein geschrieen wurde.
AE: Aber hat diese Überwindung der Autoritätenfurcht nicht dazu geführt, dass es heute nun keinerlei Ehrfurcht
mehr vor nichts und niemand gibt? Ja, wird man nicht sogar sagen können, dass diese Überwindung der Angst
vor Autoritären den Boden dafür bereitet hat, dass es nun heute gar nicht mehr möglich ist, in einer öffentlichen
Diskussion noch einen Satz kohärent zu Ende zu bringen?
Nd: Richtig ist, dass diese Überwindung des Autoritarismus dazu geführt, dass es nun viel schwerer ist, eine
Autorität zu sein, und sich als solche auch behaupten zu können. Ja, mit gewissem Recht wird man sogar
vertreten können, dass sich ein vernünftiger neuer Begriff von Autorität noch gar nicht erst gebildet hat. Denn zu
wenig hat man bisher noch akzeptiert, dass dieser neue Autoritätenbegriff eine martyrische
Selbstzerstörungsbereitschaft seines Protagonisten verlangt, als dass man sich dieser Konsequenz jetzt schon
würde hingeben können.
AE: Mit andern Worten, es liegt nicht an den 68er, wenn es nicht zur Durchsetzung dieses neuen Konsequenz-
und Autoritätenbegriffs gekommen ist?
Nd: So ist das. Die 68er haben ihre historische Prüfung bestanden, in dem sie den Mut hatten, sich die gegen die
überlegene Macht des Establishments aufzulehnen, und so die Tür für ein neues Zeitalter zu öffnen. Dass es der
nachfolgenden Generation bis dato nicht gelungen ist, diesen neuen Konsequenzbegriff dem mittlerweile Alt-68er
Establishment abzuringen, dass wird man nicht diesen 68er anlasten können, sondern dafür wird allein die darauf
folgende Generation gerade stehen müssen.
AE: Warum?
Nd. Weil auch sie eine Pflicht hat, ein existenzialistisches Risiko einzugehen, um ihrer historischen Verantwortung
gerecht zu werden.
AE: Mit anderen Worten, der Mensch ist dazu da, sein Leben zu riskieren, und wenn er es einmal getan hat, dann
darf er sich mehr oder weniger erbverwaltend auf sein Altenteil zurückziehen.
Nd: Ungefähr so. Oder vielleicht sollte man besser sagen: Der Mensch ist dazu da, sein Leben im Sinne von
Freiheit und Vernunft zu riskieren. Und wenn er dies einmal getan hat, dann hat er sich auch das Recht verdient,
sich mehr oder weniger erbverwaltend darauf zu konzentrieren, die Früchte seines Engagements zu geniessen.
AE: Okay. Noah denkt™ fühlt sich also von den 68er inspiriert. Nun wäre es im Sinne der Klarheit aber doch
hilfreich auch darauf hinzuweisen, worin sich die Philosophie von Noah denkt™ von der seiner
Vorgängergeneration unterscheidet.
Nd: Sicher ist das nötig.
AE: Also, dann mal los.
Nd: Con mucho gusto. Also der kapitalistische Existenzialismus unterscheidet sich von der Philosophie der 68er
dadurch, dass die einen, nämlich die 68er antikapitalistisch, die anderen, nämlich wir pro-kapitalistisch sind. Und
während sich die 68er als Sozialisten und Systemveränderer verstanden haben, sieht sich der kapitalistische
Existenzialismus eher als Überwinder des Systemdenkens an sich. Denn nach seiner Meinung wird man die
Probleme der Welt nicht mit einem sozialen Ingenieurwesen in den Griff kriegen können, sondern dazu wird es
einen totalen, wenigstens beinaheselbstzerstörerischen Aufwand der Aufgeklärten brauchen. Denn zu sehr wird
man nur durch das eigene Beispiel auch die entsprechende Glaubensdynamik auch erzeugen können, als dass
man sich dieser Hingabe jetzt noch wird enthalten können.
AE: Und damit ist alles in punkto Unterschiede gesagt?
Nd. Das wichtigste schon. Natürlich könnte man, wenn man schrebergärtnerisch veranlagt wäre, hier noch
hinzufügen, dass die 68 grossen Wert auf äusserliche Symbole legten, während unsere Philosophie eher
unspektakulär daherkommt. Man könnte auch erwähnen, dass die 68 das Kleinbürgertum hassten, während der
kapitalistische Existenzialismus auch diesem Segment verzeihen kann. Und zu guter Letzt könnte man dann noch
darauf verweisen, dass die 68er eher gruppenorientiert, als einzelgängerisch waren, während dies bei Noah
denkt™ vollends umgekehrt ist. Dass dem aber so ist, wie es ist, das ist nur Beiwerk. Und so man wird es den
späteren Erbverwaltern überlassen müssen, diese Sekundärunterschiede abzufeiern.
AE: Sehr gut. Soweit also die Unterschiede. Nun wäre Noah denkt™ ja nicht Noah denkt™, wenn es nicht gegen
Ende einer solchen Analyse auch das Gemeinsame noch einmal deutlich herausstellen wollte. Deshalb will ich es
mir hier also nicht verkneifen, dazu das entsprechende Stichwort zu liefern.
Nd. Sehr aufmerksam. Ja, wenn man schon so genau die Unterschiede benennt, wie wir das eben getan haben,
dann wird man auch eine Auflistung der Gemeinsamkeiten nicht übergehen können. Denn zu wenig würde man
doch sonst das ganze Bild entwickelt haben, als dass man sich mit diesem jetzt noch angemessen würde
beschäftigen können.
AE: Also dann mal los.
Nd: Okay, also die Gemeinsamkeiten zwischen den 68er und uns sehen wir darin:
Dass auch wir uns als Rebellen verstehen, auch wenn man uns dies auf den ersten Blick nicht ansehen mag,
dass auch wir meinen, dass mit Sexualität offen und aufgeklärt umgegangen werden muss,
dass auch wir meinen, dass der Konsumismus übertrieben wird und eine Neigung zum eindimensionalen Denken
darin enthalten ist,
dass auch wir meinen, dass Vernunft nur über ein egalitäres, gewaltfreies Menschenrechtsdenken führen kann
dass auch wir meinen, dass alles dafür getan werden muss, um die Unterschiede zwischen arm und reich zu
überbrücken,
dass auch wir meinen, dass mehr dafür getan werden muss, um mit der Natur pflegsam und nachhaltig
umzugehen
dass auch wir meinen, dass es nicht zuerst eine Angst, sondern ein Selbstvertrauen und eine Ermächtigung sein
muss, die Menschen von ihrem Erziehungssystem und ihren Autoritäten erfahren sollten,
dass auch wir meinen, dass man internationalistisch und weltoffen sein, muss, um der Welt gerecht zu werden,
dass auch wir gegen Verdummungsmedien sind, und
dass auch wir dem ewigen Wandel das Wort reden wollen.
AE: Es reicht. Wir haben verstanden. Was jetzt noch bleibt ist die Frage zu stellen, was denn die 68er wohl am
kapitalistischen Existenzialismus auszusetzen haben werden.
Nd: Nun das Wichtigste, was sie uns entgegen halten werden, ist, dass unser Denken unpraktikabel sei, und dass
es nicht die Aufgabe des Lebens sein kann, sich selbst aufs Spiel zu setzen.
AE: Und was wird Noah denkt™ diesem Denken entgegen halten?
Nd: Dass wir selbst den Beweis antreten werden, dass unsere Philosophie machbar ist, und gerade wegen ihrer
Stimmigkeit und Schlüssigkeit auch eine konstruktive Selbstzerstörungsneigung erfolgreich überstehen kann.
AE: Und wie soll das gehen.
Nd. Das werden wir auf diesem Kanal rechtzeitig darlegen.
AE. So stay tuned again.
Nd: Yes, stay tuned yet again.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein
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