Noah denkt™ - Die Magie eines ausgewogenen Denkens
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Die Grenzen rein ökonomischer Analysen
Dialog mit dem Alter Ego über die Selbstzerstörung der AfD, erstellt und veröffentlicht am 20.05.2015
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Am 19.05. hat der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke gemeinsam mit
seinem Kollegen
Olaf Henkel die Initiative Weckruf 2015 lanciert. Ziel des Aufrufs soll es sein, einen
Selbstreinigungsprozess innerhalb der Alternative für Deutschland einzuleiten, an dessen Ende die Trennung
vom deutschnationalen Flügel der AfD stehen soll. Damit ist der Machkampf in vollem Maße ausgebrochen, der
schon länger zwischen dem AfD-Hauptinitiator Bernd  Lucke und seiner stellvertretenden Vorsitzenden Frauke
Petry geschwelt hat. Wie beurteilt Noah denkt™ die Entwicklung der AfD?

Antwort von Noah denkt™ (Nd): Nach unserer Ansicht zeigt sich in diesem Machtkampf bzw. in dieser
Selbstauflösung der AfD, dass die wirtschaftswissenschaftlich wohl schlüssige Argumentation von Professor
Lucke in Sachen Euro-Kritik am Ende eben doch nicht trägt, weil sie den politisch-historischen Kontext des
Euros weitestgehend außer Acht lässt. Es ist nicht das erste Mal, dass es sich erweist, dass eine rein
ökonomische Analyse ihrem Gegenstand nicht gerecht wird, weil sie auf Grund ihres eingeengten Blickwinkels
zu kurz greift. Selbiges erleben wir auch in der aktuellen keynesianischen Debatte, über
das angeblich
notwendige Gelddrucken, um den Wirtschaftssubjekten ihre Zukunftsangst zu nehmen.  Wir haben es auch vor
der Finanzkrise 2008 erlebt, wo die forderungsbesicherten Schuldverschreibungen (CDOs) im US-subprime
Markt angeblich nicht platzen konnten, weil es keine wirtschaftswissenschaftliche Evidenz gibt, die belegt, dass
die Hauspreise in den USA flächendeckend übers ganze Land einbrechen könnten. Und wir erleben es jetzt
wieder bei der AfD, dass die wirtschaftswissenschaftliche Erklärung
von der Notwendigkeit unterschiedlicher
Währungen im Nord-Süd-Gefälle des Euroraums deshalb in sich zusammenbricht, weil sie der politisch-
historischen Herausforderung nicht gerecht wird, die sich um die Eingliederung des deutschen Schwergewichts
in das europäische Nationenkonzert rankt.  Wir sind also nicht von der Selbstzerfleischung der AfD überrascht.
Allenfalls wundert es uns, dass dieser Einbruch nicht länger auf sich hat warten lassen.

AE:  Kann man wirklich behaupten, dass der aktuelle Selbstorientierungsprozess der AfD vor allem mit einer
verirrten Euroanalyse zu tun hat? Ist es nicht vielmehr so, dass eine junge Partei ganz selbstverständlich durch
allerlei interne Wallungen gehen muss, ehe sie ihre Solidität gefunden hat. Man denke hier nur an die
unendlichen Flügelkämpfe, die es zwischen Fundis und Realos innerhalb der Grünen gegeben hat.

Nd: Sicher gibt es dieses Problem des jungen Weins, der sich in seinen Schläuchen erst austoben muss, ehe
er zu seiner stillen Tiefe kommt. Der Unterschied zwischen Grünen und AfD besteht aber darin, dass bei den
Grünen eine High-Profile-Abspaltung so recht nie im Raum stand (- Jutta Ditfurth war innerhalb der Grünen
bereits marginalisiert, ehe sie die wenig erfolgreiche Ökologische Linke gegründet hat -). Außerdem wurde bei
den Grünen keinem Parteivorsitzenden der Zugriff auf den internen Mitgliedsverteiler verwehrt, und es hat
auch nicht jene Feindseligkeiten zwischen Vorsitzendem und Vize gegeben, die auf der Petry-PK vom 19.05. zu
Tage getreten sind. Mit anderem Worten, Marktliberale und Deutschnationale stehen sich bei der AfD viel
unversöhnlicher gegenüber, als dies zwischen den grünen Realos und Fundis der Fall war. Und dass es diese
Unvereinbarkeit der Positionen innerhalb der AfD gibt, hat letztlich damit zu tun, dass der ursprüngliche,
wirtschaftswissenschaftliche Anti-EURO-Ansatz der AfD nicht genug trägt.

AE: Man könnte auch argumentieren, dass der Ansatz von Lucke und Henkel deshalb nicht ausreicht, weil er
medial und politisch nicht gewollt ist.

Nd: Sicher kann man hier und da in der Berichterstattung den Eindruck gewinnen, dass da auch ein wenig
Hetze im Spiel ist. Fakt ist aber auch, dass Lucke und Henkel genug Art-Time eingeräumt wurde. Man kann
also hier nicht von einem orchestrierten Totschweigen sprechen. Eher ist das Gegenteil der Fall.

AE: Hat sich die Eurokritik à la Lucke damit also selbst erledigt?

Nd:  Ein Stückweit schon.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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Stichworte:

Selbstzerstörung der AfD, Selbstzerfleischung der AfD, Gründe für die Streitereien in der AfD,
Marktliberale versus Deutschnationale, die rein wirtschaftswissenschaftliche Kritik am Euro trägt nicht,
die internen Probleme der Alternative für Deutschland, Selbstauflösung der AfD