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© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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Wie genügsam ist das Unerhörte?
Gespräch zwischen und Noah denkt™ und seinem Alter Ego über das ewige Leben, erster Entwurf
erstellt am 06.10.07, veröffentlicht am 09.10.07
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Frage vom Alter Ego (F): Es tut mir leid, aber ich muss noch einmal auf das Thema Genügsamkeit zu sprechen kommen.
Antwort Noah denkt™ (Nd): Warum? Wir haben das doch bereits in unserer Organisationspräsentation angesprochen.

F: Trotzdem, die Sache ist zu brisant, als dass man sich über sie nicht immer wieder neu seine Gedanken machen müsste?
Nd: Okay, Wo drückt denn der Schuh diesmal?

F: Nun die Frage, die ich mir stelle, ist die, ob es nicht im Wesen eines nicht anerkannten und selbst ernannten Philosophen liegt,
ungenügsam zu sein, und sich gerade damit auch den Himmelreich selbst zu verbauen?
Nd: Wieso?

F: Nun ja, immerhin geht es dem Betreffenden doch darum für seine Thesen eine Anerkennung zu finden, und dafür auch belohnt
zu werden. Und da er dies nun mal aus der Position des Nichtanerkannten und Selbsternannten erreichen will, da wird sein Erfolg,
falls er sich denn einstellen sollte, doch notgedrungen ein großer und überregionaler sein müssen. Denn zu außergewöhnlich ist
seine Herangehensweise doch gewesen, als dass er damit, wenn überhaupt, noch einen anderen, als einen spektakulären Erfolg
wird haben können.
Nd: Okay, die Analyse ist sicher richtig. Allerdings ergibt sich daraus seinerseits die Frage, ob denn mithin jedes Streben nach
einem spektakulären Erfolg von vorneherein als unmäßig angesehen und deshalb als des ewigen Lebens unwürdig betrachtet
werden muss?

F: Nun, einiges spricht sicher dafür, dass dem so ist. Denn immerhin wird dieser Erfolg, wenn er denn kommt, eine Eigendynamik
haben müssen,  die es auch dem Aufrichtigsten unter den Menschen schwer machen wird, seine Maßstäbe dabei nicht zu
verraten. Denn zu glanzvoll wird sein Triumph doch sein, als dass man es jetzt noch wird verhindern können, sich davon nicht auch
blenden zu lassen.
Nd: Auch da wird man deiner These nicht widersprechen können. Allerdings stellt sich hier die Frage,  wie denn unser Philosoph
dieser Gefahr deiner Meinung hätte entgehen sollen?

F: Na ja, das Vernünftigste, was er hätte tun können, wäre doch wohl dies gewesen, sich innerhalb der Akademie um eine
Sicherung seiner Erwerbszukunft zu bemühen. Denn immerhin hätte er hier das Maß seines Erfolges doch im Überschaubaren
halten können. Und so hätte er sich in diesem Fall der Gefahr der Überheblichkeit auch gar nicht aussetzen müssen. Denn zu sehr
hätte er sich doch nun im Üblichen auch bewegen können, als dass er jetzt noch von seiner Anerkennung würde überholt werden
mkönnen.
Nd: Nun, warum der etablierte Weg in diesem Fall nicht gangbar ist, dass ist ja im
Businessplan bereits erklärt worden. Und so
wirst du mich doch hier nicht zwingen wollen, das Ganze noch einmal von Außen aufzurollen. Denn zu sehr habe ich mich doch
schon vorher dabei verausgaben müssen, als dass du diese Arbeit jetzt noch mal von mir verlangen kannst.

F: Nein, ich weiß. Ich wollte dies auch nur der Vollständigkeit halber noch einmal erwähnen. Aber selbst, wenn ich dir zustimme,
und der akademische Weg in diesem Fall nicht der richtige ist, dann wird man sich doch dann immer noch fragen müssen, ob es
nicht statt diesem unerhörten Philosophsein ratsamer wäre, sich irgendwo im Angestelltsein um ein demütiges Überleben zu
bemühen. Denn immerhin würde man sich hier der Gefahr der Ungeheuerlichkeit doch gar nicht erst aussetzen müssen. Und so
würde man sein Leben hier auch mit Maß und Ziel fristen können. Denn zu sehr hätte man sich doch jetzt an der
Durchschnittlichkeit auch versucht, als dass man um die Erlangung des ewigen Lebens jetzt auch noch wird fürchten müssen.
Nd: Ich wiederhole also, mit anderen Worten, dass jedes Streben nach Überdurchschnittlichkeit von vorneherein zur Verdammnis
führen muss?

F: Vielleicht schon. Denn die Gefahr, hier vom Baum der Erkenntnis zuviel abbeißen zu wollen, die ist ohne weiteres gegeben.
A: Nun, dazu wird man sagen müssen, dass es ohne diese Streben nach Überdurchschnittlichkeit heute weder einen Rechtsstaat
noch eine Waschmaschine geben würde. Denn zu sehr würde der Mensch  dann immer noch in Leibeigenschaft gefangen sein,
als dass er jetzt schon über das rechte Maß würde nachdenken können.

F: Wieso, das verstehe ich nicht?
Nd: Nun immerhin wird man es doch der rebellischen Unerhörtheit von Philosophen und Pionieren verdanken müssen, dass die
Monarchie von Gottes Gnaden überwunden werden konnte. Und so wird es doch einem nicht anerkannten Spektakelbedürfnis
geschuldet sein, dass der Mensch die Menschenrechtscharta überhaupt hat entwickeln können. Denn zu sehr wird er sich dabei
doch seinerzeit am vermeintlich Unmöglichen versucht haben, als dass er dieses jetzt noch anders hätte erreichen können.

F: Mit anderen Worten, es ist kein demütiger, sozialer Wandel gewesen, der die Zivilisation geschaffen hat?
Nd: Ganz sicher nicht. Man denke nur an die Unerhörtheit, die in der amerikanischen oder französischen Revolution zum Ausdruck
kommt.

F: Nun mag es ja so sein, dass zu Beginn des zivilisatorischen Fortschrittes eine derartige Verwegenheit angemessen war. Die
Frage aber ist, ob diese dies deshalb auch heute noch sein muss. Denn immerhin unterscheidet die Verwegenen von damals
doch, dass sie sich dem Unerhörten mit einer gewissen Selbstvergessenheit haben widmen können. Und so wird man ihnen eine
Unmäßigkeit auch gar nicht ohne weiteres andichten können. Denn zu wenig mediatisiert sind die Kulturen damals noch gewesen,
als dass man ihnen jetzt noch jene schlitzohrige Marketingbewusstheit wird unterstellen können, welche die Rebellen unserer Zeit
für ihre eigene Zwecke nutzen müssen.
Nd: Es mag sein, dass dies stimmt. Dem aber sollte möchte ich entgegen halten, dass die Selbstvermarktungsbewusstheit
unserer Zeit noch kein Grund dafür sein kann, sich derselben nicht zu stellen. Denn zu sehr würde man doch sonst vor der
Wirklichkeit auch flüchten müssen, als dass man ihr jetzt noch gerecht werden kann.

F: Wieso nicht? Warum kann man sich denn nicht auf den Standpunkt stellen, dass der Markt, die Freiheit und die Geschichte nun
die rechten Antworten selbst geben werden?Immerhin ist die Freiheit doch jetzt errungen. Und so wird man sich in diesem Fall um
die Bestimmung derselben doch gar nicht mehr bemühen müssen. Denn zu sehr wird man hier doch auf ein Gottvertrauen setzen
können, als dass man sich jetzt noch über Gebühr wird engagieren müssen.
Nd: Nun, aus meiner Sicht vergisst diese Argumentation, dass der Markt keine Größe ist, die von uns unabhängig ist, sondern,
dass wir denselben mit unserem eigenen Verhalten prägen. Und so wird man sich in diesem Fall auch als das Instrument eines
göttlichen Wirkens sehen müssen. Denn zu sehr wird man sich für die Wahrung seiner Interessen doch jetzt zuständig fühlen
müssen, als dass man sich jetzt nicht auch um ein überregionales Erfolgstreben wird bemühen dürfen.

F: Wird man also aus dem hier Gesagten schließen müssen, dass diejenigen, die dieses überregionale Erfolgsstreben nicht
haben, sich nicht ehrlich für das Ringen um den Willen Gottes zuständig fühlen, und mithin das Himmelreich auch nicht erlangen
werden?
Nd: Nicht notwendigerweise. Allerdings gilt wird man auch nicht das Gegenteil daraus ableiten können.

F: Was ist denn nun richtig und falsch?
Nd: Nun richtig ist, dass es Menschen gibt, die sich ehrlich darum bemüht haben, im demütigen, unauffälligen Angestelltsein ein
zu Hause zu finden, und die dabei bemerkt haben, dass sie darin nicht funktionieren können. Denn zu sehr hat ihre
Grundsätzlichkeit dazu geführt, dass sie hier mit Kollegen und Vorgesetzten immer wieder aneinander geraten sind, als dass sie
der Verzweiflung jetzt noch anders hätten entgehen können, als dadurch, ihre Gottesfürchtigkeit im noch nicht anerkannten
Erwerbsphilosophsein auszuleben. Dass dies im Falle des gewünschten Erfolges tatsächlich dazu führen kann, dass sie sich
darin verlieren werden, das wird man nicht von der Hand weisen können. Allerdings wird man es auch als falsch ansehen
müssen, dass sie sich dieser Herausforderung deshalb gar nicht stellen sollten. Denn zu sehr werden sie sich in diesem Fall vor
der größten Versuchung doch verstecken müssen, als dass sie diese jetzt noch werden bestehen können.   

F: So, so, es geht also nicht anders?
Nd: Nein, es geht nicht anders. Denn natürlich wird man Durchschnittlichkeit und Mittelmäßigkeit nicht mit dem bestmöglichen
Mittelweg verwechseln dürfen. Denn zu wenig wird man in diesem Fall nach demselben ehrlich auch gesucht haben, als dass man
diesen jetzt auch noch wird finden können.