Noah denkt™  -
    Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
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Nur wer wahnsinnig gut und originell ist, überlebt
Dialog mit dem Alter Ego zum Zeitungssterben, erster Entwurf erstellt am 26.12. veroeffentlicht am 27.12.12
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Im Laufe des Dezembers hat die Financial Times Deutschland
wegen mangelnder Nachfrage im Anzeigengeschäft ihren Betrieb eingestellt. Zuvor hatten bereits die Frankfurter
Rundschau und die DAPD Konkurs angemeldet. Über dies hat die amerikanische Wochenzeitung Newsweek
bekannt gegeben, dass sie ab 2013 nur noch online erscheinen wird. Es steht also außer Frage, dass im
traditionellen Zeitungsgeschäft ein gewaltiger Umbruch von Statten geht. Hat Noah denkt™ eine Erklärung dafür,
was hier los ist?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Auch uns verblüfft der Umfang der Umwälzungen, die hier stattfinden. Und
wahrscheinlich ahnen wir noch gar nicht, wie groß die sozialen Veränderungen eigentlich sind, die sich hinter
diesem Zeitungssterben verstecken. Dennoch, ein paar Thesen wollen wir wagen:

  • Erstens, es erscheint uns mittlerweile klar, dass der Markt für das geschrieben Wort, schrumpft. Dass dem
    so ist, hat wohl was mit damit zu tun, dass die Menschen immer weniger Zeit und Lust haben, sich mit einem
    trockenen Text auseinander zu setzen. Stattdessen ziehen sie es vor, die Inhalte zu konsumieren, die ihnen
    auf dem neuesten Stand der Technik (also per Video) präsentiert werden.
  • Zweitens, führt die Vernetzung der Märkte auf internationalem Niveau, dazu, dass es auch im medialen
    Bereich Konzentrationsprozesse gibt. Mit anderen Worten, es ist nur selbstverständlich, dass sich in einem
    Umfeld, wo provinzielle Bezugsrahmen durch weltweite Daseinsformen ersetzt werden, nur diejenigen
    Medien überleben können, die auch dieses weltweite Selbstverständnis in sich tragen.
  • Und drittens ist es nicht weg zu diskutieren, dass der Wettbewerb in in einem weltweiten Markt.härter wird,
    und folglich nur diejenigen überleben, die wirklich außergewoehnliches, sei es in Form von Populismus
    oder sei es in Form von Qualität anzubieten haben.

AE: Nun muss man allerdings auch sagen, dass die Financial Times Deutschland, sowohl auf der Höhe der
weltweiten Zeit, als auch auf dem Niveau der internationalen Qualität war.   
Nd: Stimmt. Allerdings war ihr Problem, dass sie auf Deutsch daher kam. Denn wer international denkt, und auf
der Höhe der Zeit ist, der wird sich zwar nebenbei auch noch dafür interessieren, wie in Deutschland hier und da
gedacht wird; vor allem aber wird er sich zunächst beim Marktführer selbst erkundigen, wie dies und das zu
verstehen ist. Mit anderen Worten, er wird direkt zum Economist, zur Financial Times oder zu CNBC bzw.
Bloomberg gehen, statt sich dies über einen Seitenarm herein zu holen.

AE: Wie muss man in diesem Zusammenhang das Handelsblatt sehen?
Nd: Das Handelsblatt ist so inzestuös mit der alten Deutschland AG verbunden, dass es schon wegen seines
Museumsstatus eine etwas längere Überlebensperspektive hat, als dies bei der relativ jungen Financial Times
Deutschland der Fall war.

AE: Nun wird man dennoch weiterhin davon ausgehen müssen, dass regionale Märkte relevant bleiben.
Selbst
Noah denkt™ verbringt doch dieser Tage sehr viel Zeit im französischen Medienumfeld!
Nd: Klar, aber auch hier ist dann nur noch Platz für einige wenige Marktführer, nicht aber für die breite Masse.  

AE: Ist nicht der Hauptgrund für dieses Zeitungssterben, dass zuviele Inhalte im Internet kostenlos zur Verfügung
gestellt werden?
Nd: Aus unserer Sicht gibt es viele Inhalte,  - man denke nur an die Berichterstattung über regionale
Karnevalsumzüge und Weihnachtsmärkte - , die soviel auch gar nicht wert sind. In der Regel ist es doch so, dass
man  bei den meisten Zeitungen mal eben schnell über die Überschriften fliegt, um sich nebenbei
rückzuversichern, dass da wiedermal kaum was war, das zum Verweilen eingeladen hat. Wie man dafür im
Internet noch Gebühren verlangen will, ist uns ein Rätsel.

AE: Was bedeutet all dies, für das Angebot von Noah denkt™ selbst? Ist es nicht an der Zeit, sich auch in
unserem Projekt vom einfachen Text zu verabschieden, und es mit Videos zu versuchen.
Nd: Unser Problem dabei ist folgendes: Da wir selbst nicht gern geknipst oder gefilmt werden wollen, haben wir
auch, -
getreu der Goldenen Regel -, beträchtliche Hemmungen, dies anderen anzutun.

AE: Und bedeutet dies nicht, dass es jetzt höchste Zeit ist, an der
narzisstischen Störung zu arbeiten, die es Noah
denkt™ so schwer macht, selbst im Bild zu erscheinen?
Nd: Bis dato ist es noch so,
dass wir unsere narzisstische Störung wert schätzen. Immerhin ist sie doch die Basis
all unserer Wahrnehmung, Motivation und Arbeit.

AE: Das kann aber nicht gut enden.
Nd: Wir werden sehen.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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Zeitungssterben, das Ende der Financial Times Deutschland,
Verschwinden regionaler Zeitungen, das Ende der Frankfurter Rundschau, Konkurs der Frankfurter Rundschau,
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Zeitungen im digitalen Zeitalter