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Ohne persönliches Risiko 30 Millionen verballert
Dialog mit dem Alter Ego über die gescheiterte Olympiabewerbung Münchens, erster Entwurf erstellt am 07.07.,
veröffentlicht am 08.07.2011
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE):
Noah denkt™ hat sich ja hier und da durchaus als Sport-Fan zu
erkennen gegeben. Kann man angesichts dieser Begeisterung für die Körperertüchtigung auch davon ausgehen,
dass unser Projekt der Olympiabewerbung der Stadt München für die Winterspiele im Jahr 2018 wohlwollend
gegenüber gestanden hat?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Nein, davon kann man nicht ausgehen.

AE: Warum nicht?
Nd: Weil wir der Meinung sind, dass Olympische Spiele längst nicht mehr so interessant sind, wie das noch vor
Jahrzehnten der Fall gewesen ist. Uns erscheint dieses Ereignis nämlich als viel zu aufgebläht. Zu viele
Disziplinen ringen hier um Aufmerksamkeit. (Stichwort: Short Track/Long Track-Eisschnelllaufen, Biathlon-
Massenstart, Biathlon-Einzelstart, Biathlon-Mannschaftsrennen, Biathlon-Rennen über verschiedene Distanzen
etc…)   Und zu sehr wird hier noch dies und das aus der Retorte gestampft, um noch mehr Menschen eine
Einkommens-, Überlebens- und Daseinsperspektive einzuräumen. (Stichwort: Snowboard- Buckelpisten, usw.
usf.) Eine solche Entwicklung aber können wir nicht gutheißen.
Und schon gar nicht können wir es akzeptieren,
dass soviel Geld für allerlei Olympiabezogene Aktivitäten verpulvert wird, für das kaum jemand, der über diese
Gelder verfügt, ein echtes  persönliches Risiko übernehmen muss.

AE: Aber ist es nicht so, dass ein Großteil der olympischen Ausgaben von Sponsorengeldern getragen wird?
Nd: Es stimmt schon, dass es viele leitende Angestellte gibt, die sich unter der ominösen Allzweck-Begründung,
Marketingeffekte zu erzielen, dazu bereit finden, olympische Aktivitäten mit privaten Mitteln teil zu finanzieren.
Aber letztlich sind es in erster Linie öffentliche Gelder, die hier verballert werden.

AE: Und kann man diese öffentlichen Gelder nicht auch als Investition in den Standort sehen? Immerhin wird doch
sowohl die regionale Infrastruktur, als auch das örtliche Gastgewerbe, davon profitieren, dass ein solches
Weltereignis im Umfeld stattfindet, ganz zu schweigen von den PR-Effekten, die die internationale
Berichterstattung mit sich bringt.
Nd: Sicher kann man das so sehen, und sicher ist es auch nicht ganz falsch, dies so zu tun. Dennoch scheint es
uns, als ob im betreffenden Fall Aufwand und Ertrag in keinem guten Verhältnis stehen.

AE: Mit anderen Worten, Noah denkt™ ist durchaus zufrieden darüber, dass die Olympiabewerbung Münchens
gescheitert ist?
Nd: Richtig. Und trotzdem bleibt hier ein fader Beigeschmack.

AE: Und der wäre?
Nd: Na, ja,
bei der Selbstpräsentation Münchens ist doch wieder einmal so sehr in die  Reputationsblase
hineingepustet worden, dass man auf diese Weise die allgemeine Verteuerung sicher nicht wird bremsen können.

AE: Das Argument verstehen wir nicht. Was ist hier mit dem Anheizen der Reputationsblase gemeint. Und
welchen Zusammenhang soll es dabei zwischen der Olympiabewerbung und der allgemeinen Verteuerung geben?
Nd: Nun, man muss sich doch nur mal die Parade der üblichen Promis ansehen, mit der München hat
dokumentieren wollen, dass es für die Winterspiele besonders geeignet ist. Muss man daraus nicht den Schluss
ziehen, dass hier wiederum darauf gesetzt wurde, dass es vor allem vergangener Erfolg ist, der neuen Erfolg
produzieren soll?

AE: Schon. Aber, was ist daran falsch?
Nd: Falsch daran ist die unmissverständliche Bevorzugung des Alten über das Neue. Denn damit wird nicht nur
an der weiteren Verkrustung eines abgegriffenen Denkmusters gearbeitet, nein, damit wird auch zuviel Geld allein
fürs Bekanntsein ausgegeben, was seinerseits nur eine verheerende Preisentwicklung nach sich ziehen kann.
Man darf einfach nicht vergessen, dass jede ineffiziente Allokation von Ressourcen zur Folge hat, dass mit den
vorhandenen Ressourcen weniger erreicht werden kann. Oder anders formuliert, es wird schwieriger, also teurer,
mit dem Vorhandenen das Gewünschte zu erzielen bzw. zu erstehen.  Das aber heißt übersetzt, dass die Preise
steigen werden.

AE: Dennoch sind die 30 Millionen EURO, die die gescheiterte Olympiabewerbung wohl gekostet hat, Peanuts im
Vergleich zum Gesamtvolumen, das die sie umgebende Volkswirtschaft trägt. Da wird man ja wohl kaum von
einem signifikanten Effekt fürs allgemeine Preisniveau sprechen können.
Nd: Rein auf die nackten Fakten bezogen, mag das so sein. Aber hier wurde aller Welt  wieder ein Beispiel
gegeben, wie man für ein Anliegen werben soll. Man kann daher getrost davon ausgehen, dass auch andere sich
ermutigt fühlen werden, ihrerseits die Promi-Karte zu setzen, wenn sie für etwas Aufmerksamkeit wollen.

AE: Nun ist dieses Verfahren im vorliegenden Fall ja ordentlich in die Hose gegangen. Zur Nachahmung ruft es
daher nicht gerade auf.
Nd: Wir sind bereit, zu wetten, dass wir Franz Beckenbauer, Kati Witt und Konsorten in Zukunft noch tausendmal
vorgesetzt bekommen werden, wenn es darum geht, für eine Sache die Trommel zu rühren.

AE: Und die Genannten haben es nicht verdient, ob ihrer Leistungen in der Vergangenheit weiter hofiert zu
werden?
Nd: Na, ja irgendwann muss es auch mal gut sein.   
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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