Noah denkt™ - Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
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Wie vernünftig kann ein christdemokratisches Märtyrertum in der Demokratie sein?
Aperςu über den heiligen Paulus, die Demokratie, und die Irrtumswahrscheinlichkeit einer Lehre der
Gewaltlosigkeit,erster Entwurf erstellt am 28.10., veröffentlicht am 31.10.2007
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„Denn was mich betrifft: schon bin ich soweit, hingeopfert zu werden, und die Zeit meines Abscheidens steht bevor. Ich habe den
guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt. Nun liegt für mich der Siegerkranz der
Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr an jenem Tag überreichen wird, der gerechte Richter, doch nicht mir allein, sondern auch
allen, die seiner Ephiphanie mit Liebe entgegengehen. Eile dich komm ohne Verzug zu mir. [Denn bei, Anm. d. Verfassers] (…)
meiner ersten Verteidigung hat keiner mir beigestanden, im Gegenteil, alle haben mich im Stich gelassen. Aber der Herr war mir
zur Seite und gab mir Kraft, auf dass durch mich die Botschaft verkündet würde und alle Heiden sier vernähmen. – ich wurde „aus
dem Rachen des Löwen“ befreit. O ja, der Herr wird mich von allem bösartigen Tun befreien und in sein himmliches Reich retten.
Ihm sei Ehre in alle Ewigkeit. Amen“ (Der zweite Brief an Timotheus. 4, 6- 18)
Was halten Sie, lieber Leser, von diesen Worten des heiligen Paulus? Sagen Sie mir doch bitte, ob einer, der
solche Sätze sagt, noch bei Trost sein kann, und ob man ihn nicht lieber vor sich selber schützen muss? Denn zu
sehr, so scheint’s, geht doch hier einer davon aus, dass seine Interpretation von Gott gegen allen Expertenrat
schon die einzig wahre ist, als dass man es jetzt noch als vernünftig ansehen kann, dass er dafür sein Leben nun
noch opfern will.
Nein, wer hier dem modernen Gesundheitsdenken folgen will, der wird behaupten müssen, dass alle menschliche
Interpretation von Gott nie mehr als das, nämlich eine Interpretation sein kann. Und so wird er es auch keinesfalls
als gerechtfertigt ansehen können, dafür sein Dasein hinzugeben. Denn zu sehr wird er doch verstehen müssen,
dass es für jedwede Interpretation auch eine Irrtumswahrscheinlichkeit geben muss, als dass er dafür das
Geschenk der Unversehrtheit jetzt noch wird riskieren können.
Und doch so sehr man hier auch anerkennen muss, dass die Entschlossenheit des heiligen Paulus fast wie eine
fundamentalistische Besessenheit klingt, so sehr wird man diese deshalb noch nicht als eine Wahnhaftigkeit
diagnostizieren können. Denn zu sehr ist es ihm dabei doch um die Lehre der Gewaltlosigkeit gegangen, als dass
man diese jetzt noch mit der Schöpfungsfeindseligkeit des Terrorismus wird vergleichen können.
Nein, nein, wer sich hier nicht selbst betrügen will, der wird erkennen müssen, dass es unter allen
Interpretationen wenigstens eine gibt, die ihre Vernunft und Überlegenheit nur dadurch wird beweisen können,
dass sie die Position ihrer Gewaltfreiheit auch bis zur letzten Konsequenz durchhalten kann. Und so wird man
diesem Märtyrertum seine wahre Gottesfurcht auch nicht in Abrede stellen können. Denn zu sehr wird man damit
der Vernunft selber doch gedient haben, als dass man diese jetzt noch als irregeleitet klassifizieren kann.
Nein, nein, und nochmals nein, wer hier der Wahrheit die Ehre geben will, der wird begreifen müssen, dass die
Schmerzen der Gewaltfreiheit viel zu schrecklich sind, als dass man sie jetzt noch würde ertragen können, wenn
einem der Geist des Herrgotts dabei gar nicht hilft. Und so wird man sich um eine Irrtumswahrscheinlichkeit in
diesem Fall auch nicht mehr allzu sehr noch sorgen müssen. Denn zu schlüssig muss das Vorgehen doch
gewesen sein, dass man es im konsequenten Frieden auch beenden kann, als dass man dieses jetzt noch vor
sich selbst wird schützen müssen.
Da es aber immer so sein wird, wie es war, und man die Vernunft nur dadurch gegen die Habherzigkeit wird
verteidigen können, dass man ihre Überlegenheit in der existentiellen Praxis beweist, da wird man denen, die
behaupten, dass selbiges in unserer Zeit nun nicht mehr gerechtfertigt sein kann, sagen müssen, dass sie weder
die Vernunft noch den heiligen Paulus recht verstanden haben. Denn zu wenig gründlich haben sie sich der
Freiheitsherausforderung wahrlich auch gestellt, als dass sie diese jetzt noch werden meistern können.
So wird man denn zum Abschluss dieses Kapitels den Christdemokraten sagen müssen, dass die Worte des
heiligen Paulus’ auch in der Demokratie nichts von ihrer Relevanz verloren haben. Und so wird man sie in diesem
Fall auch gar nicht zeitlich relativieren müssen. Denn zu sehr wird man auch heute noch die Wahrheit nur im
Äussersten beweisen können, als dass man sich diesem jetzt noch mit System wird entziehen können.
Warum dieser Extremismus aber heute noch unverzichtbar ist, dies hat uns Paulus im selben Brief bereits gesagt:
„Das magst du wissen, daß in den letzten Tagen schlimme Zeiten hereinbrechen werden. Denn da werden die Menschen
selbstsüchtig sein, geldgierig, hochmütig schmähsüchtig, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, lieblos, unversöhnlich,
verleumderisch, zügellos, roh, dem Guten abhold, verräterisch, unbesonnen, aufgeblasen, mehr vergnügungssüchtig als
gottliebend; sie werden wohl noch den Schein der Frömmigkeit an sich haben, ihre innere Kraft aber werden sie verleugnen. Und
solche Menschen sollst du verabscheuen.“ Der zweite Brief an Timotheus, 3,1-5)
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