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Lektionen aus dem Georgien-Konflikt
Thesen zur Schlußbeurteilung eines aus dem Ruder gelaufenen Vorfalls, erstellt und veröffentlicht
am 20.08.2008
(siehe in diesem Zusammenhang auch unsere Beurteilungen „Caucasion Conundrum“ und „Das kaukasische Rätsel)
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  1. Russland hat sich mit dem zögerlichen Rückzug aus Georgien nicht nur politisch und diplomatisch, sondern
    auch ökonomisch (Stichwort: Investitionen aus dem Ausland) und kulturell selbst geschadet.
  2. Der georgische Ministerpräsident Herr Saakaschwili hat seine Glaubwürdigkeit verloren.
  3. Die Demokratieexportpolitik des Herrn Bush hat sich erneut als kontraproduktiv erwiesen.
  4. Georgien wird seinen rechtlichen Anspruch auf die Provinzen Süd-Ossetien und Abchasien verlieren.
  5. Die NATO hat richtig daran getan, Georgien finanzielle Wiederaufbauhilfe zuzusichern, und die
    Zusammenarbeit mit Russland (im NATO-Russland-Rat) solange einzufrieren, bis der Rückzug des
    Letzteren aus dem georgischen Kernland abgeschlossen ist.
  6. Der in Tiflis gemachte Einwurf von Frau Merkel, wonach die NATO-Beitrittsperspektive für Georgien nach
    wie vor bestehe, ist kaum nach zu vollziehen.
  7. Ebenso ist kaum nach zu vollziehen, warum der Georgien-Konflikt auch in dieser Woche wieder nur eine
    untergeordnete Rolle in den poltischen Fernseh-Talkshows spielt. (Siehe in diesem Zusammenhang etwa
    den Umstand, dass in „Hart aber fair“ erneut nicht über dieses Thema diskutiert wird).
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© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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Zusatz zu diesem Thesenpapier vom 30.08.2008: Endlich wird im deutschen Fernsehen nun über den Russland-Konflkt diskutiert
(siehe „Maischberger“-Sendung vom 26.08. und "Illner"-Sendung vom 28.08). Dabei bleibt festzuhalten, dass es auch den Experten
keineswegs leicht fällt, eine einheitliche Haltung zu Russland zu entwickeln. Denn so sehr er hier doch die einen geben mag (wie z.
B. Frau Krone-Schmalz etc…), die das aktuelle Verhalten Russlands daduch zu erklären suchen, dass Moskau vom Westen zu
rücksichtslos behandelt worden sei, so sehr wird man gleich darauf doch von anderen ausgewiesenen Kenner hören können
(etwa Wolfgang Leonhard, siehe Interview im Trierischen Volksfreund vom 27.08), dass es gerade die beschönigende und
beschwichtigende Haltung des Westens gewesen sei, die den altbekannten Russenimperalismus auf Fahrt gebracht hätte. -
Wer sich jedenfals als Nichtfachmann zwischen A und B entscheiden will, der wird ein wahrer Meister der Spekulation sein
müssen. Denn zu sehr wird er hier doch auf einen fernen Indizienschluss angewiesen sein, als dass er diesen jetzt so ohne
weiteres wird vollziehen können.