So ungefähr muss man sich wohl das „Zany Management“ vorstellen, von dem Tom Peters
gesprochen hat.
Kommentar zur Pilotsendung von KDD – Kriminaldauerdienst vom 02. Februar 2007
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Es war wohl in „In Search of Excellence“, wo uns Tom Peters seinerzeit damit bekannt gemacht hat, dass eine
erfolgreiche Unternehmensführung in Zukunft nur noch mittels des so genannten „zany managements“ möglich
ist. Denn zu turbulent und chaotisch, so meinte er, sei die Wirtschaftswelt in unserer Zeit geworden, als dass man
darin noch ohne eine Ad-hoc-Entscheidungskultur würde bestehen können. Nun, wird man dagegen, dass er
diese Ansicht vertreten hat, gar nichts sagen können. Denn wahrlich wird man ja nicht leugnen können, dass es
in diesem Turbowettbewerb nahezu unmöglich geworden ist, sich den Überblick tatsächlich zu bewahren. Denn zu
interdependent sind die Zusammenhänge nun geworden, als dass man darin noch auf Bauch- und
Intuitionsentscheidungen würde verzichten können.
Was Herr Peters aber seinerzeit vergessen hat, uns mitzuteilen, das ist der Umstand, dass diejenigen, die dem
zany managment ausgesetzt sind, selbiges nicht nur im Berufsalltag, sondern auch in ihrem Privaten auszuhalten
haben. Denn zu individualisiert ist auch diese Privatleben nun geworden, als dass man sich hier noch anders, als
mit einem Notstoppmanagement würde über Wasser halten können.
Wie diese Realität des zany Daseins aber konkret aussieht, davon hat uns der Pilot von KDD-Kriminaldauerdienst
an diesem Freitag einen zwar leicht übertriebenen, aber dennoch im Kern richtigen, Eindruck vermittelt. Denn zu
sehr hat er uns doch gezeigt, dass dem Einzelnen vor lauter privater Zerrissenheit eine stringente
Auseinandersetzung mit dem Einzelfall gar nicht mehr möglich ist, als dass wir uns diese Daseinsverzweiflung jetzt
noch werden schön reden müssen.
Dass man aber im ZDF den Mut hatte, das Klischee des kontrollierten Glücks wenigstens ein wenig doch in Frage
zu stellen, da wird man nicht anders, als begrüssen können. Denn zu sehr wird man daraus auch die Hoffnung
schöpfen können, dass auch anderswo die Fiktion des Wohlseins einmal in Frage gestellt wird, als dass man die
zuständigen Redakteure jetzt nicht auch für ihre Ehrlichkeit wird loben müssen.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein
Erinnering: Noah denkt™ ist ein Projekt des Landei Selbstverlages (Inh. Wilhelm Leonards). Die Rechte an allen Texten und Beurteilungen, die unter der Bezeichnung Noah denkt™ veröffentlicht worden sind, sind Eigentum des Landei Selbstverlages (Inh. Wilhelm Leonards), und der Nachdruck, die Vervielfältigung und die Weiterverbreitung der hier veröffentlichen Texte oder Teilen daraus sind nur mit vorhergehender schriftlicher Genehmigung von Wilhelm Leonards erlaubt.
Selbstverständlich drücken die Auffassungen, die in den Beurteilungen und Texten auf dieser Webseite enthalten sind, alleine die Ansicht des Verfassers aus. Sie entheben also niemanden von der Verantwortung, sich selbst ein eigenes Urteil zu bilden, und für die daraus folgenden Taten und Werke auch selbst gerade zustehen. Was dies konkret bedeutet, das ist im Disclaimer deutlich ausgeführt.
|
Noah denkt™ - Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
|
__________________________________________________________________________________________
__________________________________________________________________________________________