Über den Nachahmungseffekt von Gier und Großzügigkeit

Dialog mit dem Alter Ego zur zur Wirkung der Goldenen Regel in anonymen Massengesellschaften, veröffentlicht am 21.12.2012

Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Das Journal of Experimental Psychology ( siehe : http://psycnet.apa.org/index.cfm?fa=browsePA.volumes&jcode=xge) hat dieser Tage eine Studie veröffentlicht, in der amerikanische Forscher zeigen, dass im Umfeld anonymer Gruppen und Massengesellschaften, das Beispiel von Gier mehr Nachahmer findet, als dies das Vorbild von Großzügigkeit zu leisten vermag (vgl. Fuβnote ***). Zeigen diese wissenschaftlichen Experimente nicht, dass Noah denkt™ mit seiner Philosophie und seiner Geschäftsstrategie auf dem Holzweg ist?

Antwort von Noah denkt™ (Nd): Noah denkt™ ist es nie darum gegangen, ein anonymes Vorbild für andere anonyme Nachahmer zu sein. Unser Ziel war und ist es nach wie vor, aus der Anonymität herauszutreten. Mit anderen Worten, die o.g. Studie, die sich ja explizit auf anonyme Vorbilder und Nachahmer beruft, hat für unser Projekt keine Relevanz.

AE: Kann sich Noah denkt™ da so sicher sein? Ist es nicht wahrscheinlich, dass das, was für anonyme Vorbilder gilt, auch für prominente Idealtypen der Fall ist?

Nd: Aus unserer anektdotischen Sichtweise ist das nicht so. Man denke nur an die nicht enden wollende Verehrung, die Lichtgestalten wie Nelson Mandela, Mahatma Gandhi oder Martin Luther King bis heute erfahren. Dem stelle man dann die zurecht andauernde Verurteilung gegenüber, die Übeltäter wie Adolf Hitler, oder Josef Stalin nach wie vor in der öffentlichen und veröffentlichten Meinung erfahren. Aus unsere Sicht deutet dies daraufhin, dass die Nachhaltigkeit ethischer Stars größer ist, als die ihrer nicht so angenehmen Gegenspieler.

AE: Nun muss öffentliche Anerkennung ja nicht gleich Imitation sein?

Nd. Ganz sicher nicht. Allerdings steigt durch die öffentliche Anerkennung durchaus die Chance, dass es zur Nachahmung kommt. Das kann man im umgekehrten Fall sicher nicht sagen.

AE: Das alles bedeutet aber auch, dass Noah denkt™ schon einen, in gewisser Weise, unmäßigen Anspruch hat, wenn es sich zum Ziel setzt, aus der Anonymität herauszutreten.

Nd: Ist es unmäßig, überdurchschnittlichen Erfolg haben zu wollen?

AE: Nun, mit der Idee des Gleichgewichts, die ja dem Prinzip der Goldenen Regel immanent ist, hat die Vorstellung eines Supererfolges wohl nichts gemein.

Nd: Da sind wir anderer Meinung. Aus unserer Sicht ist es gerade die relativ geduldige und friedfertige Ruhe, mit der wir hier auf unseren Durchbruch warten, die unser Ansinnen vom Verdacht der Selbstsucht befreit. Denn wenn wir wirklich selbstsüchtig wären, dann würden wir nicht in Gelassenheit darauf warten, bis uns der Markt und die Gesellschaft nach ihrem Gutdünken entdecken, sondern dann wűrden wir alles dran setzen, uns denselben auch gegen ihren Willen aufzudrängen. So aber meinen wir, dass es gerade die zivile Disziplin, um nicht zu sagen, Selbstgenügsamkeit ist, mit der wir unsere Forderungen vortragen, die das angemessene Gegenwicht zu dem erstaunlichen Erfolg darstellt, den wir anstreben. Die Idee der Balance scheint uns daher nicht verletzt zu werden.

AE: Okay, mal angenommen, das stimmt alles, was hier gesagt wird, ist es dann nicht doch vermessen, auf diesen Durchbruch nach wie vor zu hoffen. Immerhin ist die Marginalisierung ja keinen Deut besser geworden, die Noah denkt™ bis heute zu ertragen hat?

Nd: Dürfen wir unser Alter Ego an dieser Stelle daran erinnern, dass wir im Laufe des Jahres 2012 immerhin die „Best of 2012“ – Auszeichnung der Initiative Mittelstand gewonnen haben. Man kann also nicht behaupten, dass sich an unser Marginalisierung nichts geändert hätte.

AE: Mag sein. Aber der große Durchbruch ist es nun auch nicht gewesen.

Nd: Nein, darauf warten wir nach wie vor geduldig, ohne groß zu mucken.

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Fuβnote *** : Paying It Forward: Generalized Reciprocity and the Limits of Generosity. ,  Gray, Kurt; Ward, Adrian F.; Norton, Michael I. ,  Journal of Experimental Psychology: General,Dec 17 , 2012, bzw. “Gier schlägt Groβzűgigkeit“ in: Spiegel Online unter http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/pay-it-forward-gier-fuehrt-zu-noch-mehr-gier-a-873379.html).

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