Kommentar zur Umstrukturierung des Markenmanagements bei Volkswagen, erstellt im Jan. 07
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In diesen Wochen hat Martin Winterkorn, der neue Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, bekannt gegeben,
dass er das Markenmanagement im VW-Konzern neu organisieren wird, und alle im Unternehmen vorhandenen
Marken einer eigenen, gleichberechtigten Führung unterstellen wird.
Wir halten diesen Schritt für richtig und vernünftig. Denn nun wird man in der Ausgestaltung der „Brands“ doch
viel besser auf die jeweilige Eigenart der betreffenden Marke eingehen können. Und so wird eine höhere
Identifizierung mit dem jeweiligen Produkt auch wirklich generiert werden können. Denn zu sehr wird man hier eine
Selbstbestimmung möglich gemacht haben, als dass sich deren Gehalt jetzt nicht auch bezahlt machen wird.
Wer sich aber, wie der frühere Markenchef Bernhard dieser Umstrukturierung verweigert, dem wird man sagen
müssen, dass er die Zeichen der Zeit gar nicht recht begriffen haben. Und so wird man sich über seinen Abschied
auch nicht mehr weiter grämen müssen. Denn zu sehr ist es ihm doch vor allem um sich selbst gegangen, als
dass er dem Konzern jetzt noch genug wird nützen können.
Nein, wer die Sache bei Licht betrachtet, der wird erkennen müssen, dass man gerade im Turbowettbewerb nicht
alles und jedes auf dem Altar vermuteter Synergien wird opfern können, sondern, dass man gerade hier in der
unverwechselbaren Individualität, die Hausmarke des Erfolgs sehen muss. Denn zu sehr wird es gerade diese
Einzigartigkeit sein, die das Besondere vom Massenhaften unterscheiden muss, als dass man diese jetzt noch
länger wird unterdrücken können.
Da dies aber so noch nicht von allen Betriebswirten in der genügenden Weise anerkannt wird, da wird man dem
Herrn Winterkorn nur dazu gratulieren können, dass er sich in dieser Frage auch gegen den hausinternen
Widerstand hat durchsetzen können. Denn zu sehr hat er seine Führungskompetenz damit schon bewiesen, als
dass man ihm jetzt dafür nicht auch wird trauen können.
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