Noah denkt™  -
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FIFA WM 2010: Die Inter-Taktik der Moderne
Dialog mit dem Alter Ego zum Schweizer Sieg gegen Spanien, erster Entwurf erstellt am 16.06. veröffentlicht am
19.06.2010
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Frage von Noah denkt™ (Nd). Was haben die Entwicklung der BP-Aktie und der Sieg der Schweizer
Fußballnationalmannschaft über den spanischen Europameister gemeinsam?
Antwort vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Keine Ahnung! Noah denkt™ wird uns das sicher gleich sagen.

Nd: Richtig. In beiden Vorfällen zeigt sich nämlich, dass es so etwas, wie eine ausgleichende Gewalt im Spiel der
Kräfte tatsächlich gibt. Denn so wie die Existenz von BP nun immer mehr gefährdet ist, so zeigt auch die
Niederlage der hochtalentierteren Spanier, dass es bisweilen ein Fluch sein kann, von allen als klarer Favorit
angesehen zu werden. Mit anderen Worten, es ist keineswegs so, wie dies von manchen Berufspessimisten gern
behauptet wird, und sich das Stärkere und Größere (etwa in Form von multinationalen Konzernen) wie
selbstverständlich behaupten wird.
AE: Nun, es bestreitet niemand, dass es bisweilen erstaunliche Überraschungen gibt. Allein, ein paar Schwalben
machen diesbezüglich noch keinen Sommer.

Nd: Unser Alter Ego vergisst in diesem Zusammenhang, dass die Schwalben keineswegs so selten sind, wie dies
landläufig angenommen wird. Man denke in diesem Zusammenhang nur an den
Champions-League Finaleinzug
von Inter Mailand gegen Barcelona, an den griechischen Gewinn der Fußballeuropameisterschaft 2004, an das
Vorbeiziehen Apples am dominierenden Rivalen Microsoft, an den erstaunlichen Niedergang der spanischen
Armada vor England, oder auch den Sieg der vietnamesischen Guerilla über die Weltmacht USA.
AE: Dennoch muss man sich nur das Spiel Brasilien-Nordkorea ansehen, um zu erkennen, dass der Stärkere
nicht immer das Opfer der eigenen Größe werden muss.

Nd: Von einer Sieggarantie für den Schwachen war hier ja auch nicht die Rede. Vielmehr wollten wir deutlich
machen, dass der David dem Goliath nicht immer hilflos ausgeliefert ist.
AE: Und doch wird eine vernünftige Geschäftsstrategie nicht darauf setzen dürfen, dass es dem David schon
gelingen wird, das Unerhörte zu schaffen. Immerhin sprechen wir hier doch von Einzelbeispielen, deren generelle
Verlässlichkeit durchaus in Zweifel zu ziehen ist.

Nd: Wir sehen das anders. Denn gerade die Schwierigkeiten, die auch Brasilien hatte, um den Niemand aus
Nordkorea zu besiegen, zeigen uns, dass die Zeiten vorbei sind, wo ein Starker (wie seinerzeit etwa die deutsche
Elf) mal eben nach Zypern reisen konnte, um dort ein Spiel 12:0 zu gewinnen (so geschehen Anfang der 70er
Jahre). Nein, wer die Welt unvoreingenommen in Betracht zieht, der wird von Afghanistan bis Südafrika feststellen
können, dass sich das Große und Mächtige immer schwerer tut, sich gegen das Aufmüpfige und Kleinere zu
behaupten. Denn zu transparent, vernetzt und reflexiv ist die Welt geworden, als dass man sich jetzt darin noch
einer auf seiner Selbstverständlichkeit würde ausruhen können.    
AE: Allerdings wird man in diesem Zusammenhang auch nicht verhehlen dürfen,
dass der Kleine schon die
Grenzen des Zumutbaren erreichen, und vielleicht sogar überschreiten muss, um die Sensation zu schaffen.

Nd: Stimmt. Sicher braucht es in allen Fällen eine kaltschnäuzige Inter Mailand-Taktik, die sich die vorhandenen
Kräfteverhältnisse mit Geduld, Hinterlist und Kriegsglück zu Nutze macht. Dass es aber so manchem gibt, der
nicht die Nerven hat, eine Mourinho-Philosophie auch mit aller Cleverness durchzustehen, dass wird man nicht
den Kräfteverhältnissen an sich anlasten können, sondern dazu werden sich diejenigen auf die Brust klopfen
müssen, die diese notwendige Nervenstärke nicht aufbringen können.
AE: Lernen wir also aus diesem Dialog, dass man den Schweizer Sieg über Spanien als Hinweis darauf sehen
muss, dass sich auch
die Geschäftsstrategie von Noah denkt™ am Ende gegen alle Wahrscheinlichkeit
behaupten wird?

Nd: So ist das.
AE: Na, dann sollten wir mal auf den Herrn Mourinho, den Herrn Hitzfeld und den Herrn Maske anstossen.

Nd: Genau, das sollten wir tun.
AE: Also dann Prost und Hop Schwyz.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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